Nach den grauen, tristen Winterwochen schreit oft alles in uns nach Frühjahrsputz, Neuanfang und Platz schaffen für Neues. Die sogenannte „Grüne Diät“ aus dem Kundalini Yoga eignet sich da ganz wunderbar als Inspiration, um in den Frühling zu starten. 

Was ist die grüne Diät?

Die Grüne Diät ist eine wichtige Mono-Diät im Kundalini Yoga, bei der nur grüne Lebensmittel gegessen werden. Sie hat ihre Wurzeln im Ayurveda und wird auch Chlorophyll Diät genannt. Heißt alles was natürlich grün ist und eine grüne Schale hat, darf gegessen werden. Natürlich sind damit keine grünen Gummifrösche oder M&M’s gemeint. Sie ist alkalisch, vegan, reinigend und entschlackend für Körper und Geist insbesondere für Leber und die Haut. Also ganz wunderbar, um in den Frühling zu starten. Zum Herantasten kannst du die Grüne Diät einfach mal für einen Tag oder mehrere Tage ausprobieren. Einige Hardcore Yogis machen sie sogar für ganze 40 Tage. Grundsätzlich sind 40 Tage gut, um neue Gewohnheiten aufzubauen. Beim Essen jedoch ist es sehr herausfordernd und besonders für Menschen, die mit Essstörungen zu kämpfen hatten, zu gefährlich und ungesund. Doch um unser Bewusstsein für grünes, alkalisches Essen zu schärfen finde ich die „Grüne Diät“ super gut. 

 

 

Das Tolle an Grün

In grünem Obst und Gemüse ist viel Chlorophyll enthalten. Dieser grüne Farbstoff ermöglicht der Pflanze, Sonnenlicht in Zucker und Kohlenhydrate umzuwandeln -> Photosynthese. Je mehr Chlorophyll wir durch grüne Nahrung zu uns nehmen desto besser können wir Sauerstoff aufnehmen. Dies führt zu mehr Energie. Chlorophyll hat eine ähnliche Struktur wie Hämoglobin und kann zum Teil in rote Blutkörperchen umgewandelt werden. Zudem kann es Schwermetalle an sich binden und somit zur Entgiftung unseres Körpers beitragen. Auch unterstützt Chlorophyll die Senkung des Cholesterinspiegels. Da unser Verdauungssystem durch die leichte Mono-Diät entlastet wird, hat es mehr Energie, Giftstoffe und Schlacken abzubauen, die im Bindegewebe und in den Arterien lagern.

 

Vorteile einer grünen Diät

  • Entgiftet und entschlackt
  • Mehr Energie & Klarheit
  • Senkt den Cholesterinspiegel
  • Reinigt Haut und Leber
  • Ist alkalisch und macht den Körper basisch
  • Gewichtsregulierung
  • verjüngend
  • senkt den Cortisolspiegel

Vorbereitung

Die Grüne Diät ist eine kraftvolle Methode, um dem Körper etwas Gutes zu tun und in den Frühling zu starten. Eine Monodiät ist viel sanfter und nahrhafter als Fasten. Trotzdem ist es ganz wichtig, sich bewusst vorzubereiten und sicher zu stellen, dass du und dein Körper bereit sind. Im Zweifel immer Rücksprache mit deinem Arzt halten. Am besten ist es, sich langsam an die grüne Diät heranzutasten und nicht gleich von null auf Hundert zu gehen. Stelle also schon vorher deine Ernährung um. Eliminiere Genussmittel wie Kaffe, Alkohol, Zigaretten, lasse Weizenprodukte, Industriezucker und Fertigprodukte weg und integriere mehr und mehr grüne Nahrungsmittel in deinen Speiseplan. Wenn du dich bereit fühlst, beginne mit einem Tag grüner Diät und gucke wie es sich anfühlt. Je nachdem wie deine Ernährungsgewohnheiten sind, wird es leichter oder schwerer fallen. Dann steigere dich, bis du ein paar Tage schaffst. Höre dabei auf deinen Körper. Ich habe beim ersten mal mit zehn Tagen angefangen. Da ich vegan und zuckerfrei lebe, fiel mir der Übergang leichter, wenn auch nicht leicht. Der Verzicht auf Kohlenhydrate und Zucker in Form von Haferflocken, Datteln, Süßkartoffeln machte sich oft ganz schön bemerkbar: Kopfschmerzen und Schlechte Laune! Es hilft ungemein, alles zu verbannen, was nicht auf der grünen Liste steht. Damit du erst gar nicht in Versuchung geführt wirst. Zudem empfiehlt es sich, schon früh genug grüne Vorräte anzulegen und nach Rezepten zu stöbern, die man Kochen möchte, um sich auf die grünen Zeiten einzustimmen.

 

 

  • Recherchiere und sammle Informationen & Rezepte
  • Eliminiere tierische Produkte, Genussmittel, Zucker, Weizen, Fertigprodukte
  • Leere Kühlschrank & Vorratskammer von allen Produkten, die dich in Versuchung führen
  • Kaufe grün ein und integriere alles Grüne mehr und mehr in deinen Speiseplan
  • Mach Yoga, Sport, gehe an die frische Luft anstatt so viel zeit vor einem Bildschirm zu verbringen

 

 

Viel Trinken!

Um dem Körper beim Entgiften und Entschlacken zu helfen, ist es wichtig, ganz viel zu trinken. Trinke mindestens zwei Liter Wasser am Tag. Ergänzend können noch Kräutertees getrunken werden wie zum Beispiel Brennnessel- oder Löwenzahntee, welche eine reinigende Wirkung haben.

 

 

Yoga und Bewegung

Um für Ausgleich zu sorgen und Körper und Geist bei der Entgiftung zu unterstützen, hilft es, sich viel draußen in der Natur aufzuhalten, Yoga zu machen, zu meditieren, Sport zu treiben und ein Tagebuch zu schreiben anstatt Ablenkung auf Social Media oder bei Netflix abzulenken. Die grüne Diät ist eine wunderbare Möglichkeit, auf allen Ebenen zu entgiften, alte negativen Denkmuster und Glaubenssätzen loszulassen und Raum für Neues zu schaffen.

 

 

Was kann ich essen?

Als mein Blick zum ersten Mal auf die Lebensmittelliste fiel, habe ich mich gefragt wie ich das jemals aushalten soll. Doch zu meiner großen Überraschung, fiel es von Tag zu Tag leichter und ich wurde beim Kochen immer kreativer.

 

  • Grünes Gemüse
    Artischocken, Brokkoli, Chinakohl, Edamame, Erbsen, Fenchel, Frühlingszwiebel, Grünkohl, Grüne Bohnen, Kohlrabi, Mangold, Okra, Porree, Portulak, Spargel (grün), Spinat, Spitzkohl, Stangensellerie, Rosenkohl, Wirsingkohl, Zucchini
  • Obst
    Äpfel, Avocado, Birnen, Kiwis, Limetten, Weintrauben, Zitronen
  • Salate
    Batavia, Chicorée, Feldsalat, Eichblatt, Eisberg, Endivie, Kopfsalat, Rucola, Romania,
  • Kräuter
    Bärlauch, Basilikum, Brennnessel, Dill, Kerbel, Koriander, Löwenzahn, Melisse, Petersilie, Pfefferminz, Queller, Rosmarin, Sauerampfer, Schnittlauch, Thymian, Zitronenmelisse
  • Hülsenfrüchte/Körner/Nüsse/Samen
    Buchweizen, Erbsen, Grünkern, Hanfsamen, Kürbiskern, Linsen, Mandeln, Mungbohnen, Pistazien, Sesamsamen, Walnüsse
  • Gewürze
    Ingwer, Kardamon, Knoblauch, Kreuzkümmel, Kurkuma, Lorbeer, Muskatnuss, Meerrettich, Pfeffer (schwarz)
  • Getränke
    Wasser, Kräutertees, grüner Tee, grüne Säfte, grüne Smoothies, Yogitee
  • Öle
    Kürbiskernöl, Nussöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl
  • Superfoods
    Brennnesselpulver, Chlorella, Hanfprotein, Spirulina
  • Sonstiges
    Apfelessig, Kombualge, Kuzu, Oliven (grün), Rosinen (grün) , Sprossen , Tamari

 

 

Nach der grünen Diät

Wie bei jeder Kur ist es ganz wichtig, die Grüne Diät sanft zu brechen und einen Übergang zu schaffen. Füge nach und nach die Lebensmittel hinzu, die du wieder essen willst. In kleinen Mengen. Fange mit andersfarbigem Obst und Gemüse an, dann Getreide und erst ein paar Tage später tierische Produkte. Dein Körper ist jetzt sehr sensibel und kann nicht gleich mit Pasta oder Pizza umgehen. Oftmals hat man allerdings auch gar nicht so das Bedürfnis, wieder in alte Muster zurückzukehren. Die Grüne Diät ist  daher super geeignet, den Weg in neue Gewohnheiten zu bahnen.

 

 

Hör auf deinen Körper!

Ich glaube, dass unser Körper in der Lage ist, sich selbst zu reinigen und zu heilen, wenn wir ihn gut nähren und richtig behandeln. Die Grüne Diät ist perfekt für mich, meinen Körper dabei zu unterstützen, mich von altem Ballast zu befreien, neu zu starten und mich so ein bisschen wieder gerade zu rücken. Was für mich funktioniert, mag bei dir allerdings ganz anders sein. Wir alle sind Individuen mit unterschiedlichen Konditionen und Körpern. Es gibt kein Schema F, wenn es um Gesundheit und Ernährung geht. Daher ist es ganz wichtig auf deinen Körper zu hören und dich nicht zu etwas zu zwingen, was dir nicht gut tut. Pass die Grüne Diät deinen Bedürfnissen an. Der Begriff Diät ist ja oft sehr irreführend. Ich bezeichne diese Zeit eher als meine grünen Wochen, in denen ich versuche so viel GRÜN wie möglich in meinen Speiseplan einzubauen. Zu viel Verzicht geht da meistens nach Hinten los und endet in Heißhungerfressattacken. 

Sat Nam!

 

Cordula