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Am 21.12. ist Wintersonnenwende, der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres. Obwohl der Winter erst jetzt beginnt, werden die Tage wieder länger. Die Wintersonnenwende wird in Kulturen auf der ganzen Welt seit Tausenden von Jahren gefeiert.  Dieser Tag markiert die Wiedergeburt des Lichts,  der Hoffnung und der Erneuerung. Ein ganz besonderer Zeitpunkt, um  zu reflektieren, Altes loszulassen und das Licht und die Freude in dein Leben einzuladen und dich mit einfachen, kleinen Ritualen auf das neue Jahr vorzubereiten.

Seit Jahrhunderten ein bedeutendes Ereignis

Es gibt viele Hinweise, dass die Wintersonnenwende schon seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden ein wichtiges Ereignis bei vielen Kulturen weltweit ist. Kultstätten wie Stonehenge in England oder Newgrange in Irland sind gute Beispiele dafür. Newgrange, ein jungsteinzeitliches Passage Tomb , ist vor allem für die Beleuchtung der Grabkammer und des dazugehörigen Ganges durch die Sonne zur Wintersonnenwende bekannt. Per Los wird jedes Jahr unter Tausenden von Bewerbern aus aller Welt ausgewählt, wer im Inneren des Grabs auf das Sonnenlicht warten darf, falls dann das Wetter mitspielt.
Und auch bei den Mayas lassen sich Verweise auf die Wintersonnenwende finden. So sollte laut dem Kalender der Maya die berühmt-berüchtigte Apokalypse von 2012 am Tag der Wintersonnenwende stattfinden.

 

In vielen Kulturen als Wiedergeburt der Sonne gefeiert

Ob Kelten, Germanen, Römer, Wikinger, Ägypter, Persern in fast allen Kulturen der Welt wurde die Wintersonnenwende gefeiert. Unsere Vorfahren und die alten Naturvölker  waren im Gegensatz zu uns sehr von den Zyklen der Natur abhängig, richteten sich in vielen Lebensbereichen nach dem Stand der Sonne und des Mondes und lebten im Einklang mit der Natur. Die Wintersonnenwende war ein wichtiger Zeitpunkt im Jahreszyklus und kündigte die Rückkehr des Lichts und des Lebens an.
Vielen Legenden nach wird so in der Nacht der Wintersonnenwende das Sonnenkind durch die Göttin in der Tiefe der finsteren Erde wiedergeboren und bringt Licht, Liebe und Leben zurück
Diese Legende spiegelt sich nicht nur mit der Geburt des Christuskindes im christlichen Glauben wider sondern auch im Mithraskult, der z.B. bei Römern wie Persern Verbreitung fand. Die Nacht vom 21.12 auf den 22.12 ist daher auch als Mutternacht bekannt, da die „Muttergöttin“ den Sonnengott gebärt. 

Die Rauhnächte einleiten

Unsere germanischen Vorfahren feierten die Wintersonnenwende auch als Einleitung der Raunächte. Dies sind die mystischen Tage und Nächte zwischen dem 21.12/25.12 bis zum 6. Januar. In dieser Zeit sollen die Schleier zu anderen Welten, Dimensionen und zum Geister­reich transparenter und durchlässiger sein und somit den Seelen der Verstorbenen, Geistern und Dämonen Ausgang gewähren und auch das Wahrsagen, Orakeln und Manifestieren leichter machen.
Und so bietet sich auch heute die Adventszeit und die Wintersonnenwende wunderbar an, um dich mit deinen Ahnen zu verbinden, Dankbarkeit zu zeigen, Altes loszulassen und dich auf die Rauhnächte und Weihnachtstage einzustimmen

Zeit zur Innenschau

Bevor du mit der Wintersonnenwende die Rückkehr des Lichts feierst, kannst du die dunkle Adventszeit gut für dich nutzen.
Das kalte Wetter und die langen Abende laden gerade zu ein, in dich zu gehen, zu reflektieren, dich neu auszurichten und sich Dingen zu widmen, für die oft sonst weniger Zeit bleibt z.B. für kreative Tätigkeiten wie Stricken, Malen, Schreiben.
Diese dunklen ruhigen Momente laden dazu ein, nach Innen zu schauen und dich all den Schatten und verborgenen Dingen zu stellen, die gerne ignoriert werden .
Und nicht nur deinem Innenleben tut etwas Aufmerksamkeit gut. Auch im Haushalt lohnt es sich Altes, loszulassen und Platz für Neues zu schaffe also einfach gesagt mal so richtig auszumisten.
Zudem kannst du dir jetzt schon mal Gedanken machen wie du die Wintersonnenwende zelebrieren willst und gegebenenfalls ein paar Dinge vorbereiten. 

 

Die Rituale einfach halten

Um Altes loszulassen, Dankbarkeit auszudrücken und das Licht und somit auch Neues willkommen zu heißen, sind  Rituale zur Wintersonnenwende genau richtig, gerade weil die besondere Energie dieser Zeit jedes Ritual noch kraftvoller macht. Ein zentrales Element bei vielen Ritualen ist Feuer als Symbol für das zurückkehrende Sonnelicht.
Die Unmenge an Traditionen und Ritualen kann allerdings ganz schön überfordern. Daher heißt meine Devise zur Wintersonnenwende und auch zu den drauf folgenden Rauhnächten: Einfach halten oder weniger ist mehr. Hier ein paar Inspirationen für einfache Rituale, die sich gut in den Alltag einbinden lassen.

 

Rituale zur Wintersonnenwende

 

Innenschau und Loslassen

  • nimm dir Auszeiten z.B. fürs Meditieren, Yoga, Achtsamkeits- und Atemübungen. So gehst du die Tage leichter und bewusster an.
  • mach einen Hausputz und miste so richtig aus. Denke beim Reinigen darüber nach, was du alles ziehen lassen willst: alte Muster, Gewohnheiten, Menschen, Pläne
  • reflektiere was du alles loslassen willst. Schreibe alles auf einen Zettel und verbrenne diesen mit der Affirmationen „Ich lasse dich los“
  • mache einen Winterspaziergang in der Dunkelheit. Stelle dich hier deinen Schatten mit Fragen wie: „Wovor habe ich Angst?“ „Was muss noch bereinigt werden“?
  • räuchere deine Wohnung z.B. mit Beifuß, Myhrre, Weihrauch
  • nimm ein reinigendes Bad
  • stelle eine Frage bevor du schlafen gehst und bitte darum, dass du im Traum eine Antwort erhältst. Dafür solltest du ein Journal bereit liegen haben, damit du am Morgen schnelle Träume & Antworten notieren kannst

 Im Einklang mit Mutter Natur

  • verbinde dich mit Mutter Natur, gehe spazieren, genieße die Stille und hole dir mit heruntergefallenen Tannenzapfen, Zweigen etc. die Natur ins Haus.
  • mach der Natur kleine Geschenke, bau ein Vogelhaus, füttere Vögel, schmücke einen Baum im Garten  mit Äpfeln, Nüssen, Meisenknödeln für die Vögel und Wildtiere
  • richte einen Altar für die Rauhnächte ein, nimm dafür auch Gaben aus der Natur
  • mache einen nächtlichen Spaziergang durch

Dankbarkeit

  • lade Freunde zu Tee, Punch, Gebäck oder wärmender Suppe ein. Erzählt euch Geschichten, Märchen und bedankt euch für eure Freundschaft
  • schreibe einen Abschiedsbrief an das alte Jahre, bedanke dich für all die schönen Momente und lehrreichen Erlebnisse
  • verbinde dich mit deinen Ahnen und drücke ihnen deinen Dank aus. Ich gehe da ganz einfach zum Grab meiner Oma oder zünde aus der Ferne eine Kerze für sie an

 Licht und Neubeginn

  • schmücke und erhelle die Wohnung mit Kerzen, Lichterketten, Weihnachtsdekoration, Tannen und Mistelzweigen
  • backe einen weihnachtlichen Gewürzkuchen
  • lade das Licht und leite somit einen Neubeginn ein. Falls du einen Kamin hast, lege einen Julklotz (ein dickes Stück Holz aus Eiche) ins Feuer oder stelle einfache Kerzen auf.
  • gehe in dich und überlege was du dir vom nächsten Jahr wünscht. Was möchtest du in dein Leben ziehen?
  • schreibe deine 13 Wünsche für die Rauhnächte auf. Anleitung findest du in meinem Blogpost:

Mit Intention in das neue Jahr

Mit der richtigen Intention kann die einfachste Haushaltstätigkeit zu einem kleinen Ritual werden. Für mich dreht sich um die Wintersonnenwende herum alles ums Loslassen, Familie, Dankbarkeit und Neubeginn. Mit diesem Fokus im Sinn versuche ich alles bewusster anzugehen, um Frieden mit diesem Jahr zu schließen und Platz für all die neuen Dinge zu schaffen. So artet das ganze nicht in Stress aus und ich kann die kleinen Rituale oft gut in den Alltag einbinden und diesen für mich und meine Familie besinnlicher und bedeutender gestalten.

Was sind deine Pläne für die Wintersonnenwende? Lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

Alles Liebe und eine schöne Adventszeit,

Cordula